Aktuell

in creativ  verpacken 2/2010

 

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Titelgestaltung:
Sabinefunkdesign, Hamburg

 

100. Ausgabe creativ verpacken mit Jubiläumssonderteil

  • unter anderem
  • Rückblick: 100 steht für Entwicklung
  • Verpackung als Aushängeschild:
    Verpackungs- und Materialhersteller bekennen Farbe
    Pago | Tetra Pak | Stora Enso | Merck | Brigl & Bergmeister
  • Packungsdesign-Ausbildung: Vom Lieblingsfach zum Lehrfach
  • An effective future – by design
 
Schwerpunktthema

Kosmetik / Pharma

  • unter anderem
  • Mitten ins Herz …
  • Will glass become obsolete?
  • Ein Hauch von Hollywood
  • A historic brand – clean and modern

Topthema

Die schönen Dinge des Lebens …

... sind idealerweise auf die Zielgruppe abgestimmt verpackt. Farbe, Codes und Materialien sollten beispielsweise stimmen, allgemeine Trends nicht übersehen werden, denn auch Luxuskäufer sind eine heterogene Gruppe und nicht nur als LOHA (Lifestyle of Health and Sustainability) mit Geld und hohen Ansprüchen anzutreffen. Die deutschsprachige Diskussionsrunde auf der Luxe Pack 2009 beschäftigte sich mit den Best Agern als Luxus-affiner Zielgruppe. Hier wurde deutlich, dass sich die Senioren nicht auf hochwertigen Lebensstil, Gesundheit und Nachhaltigkeit reduzieren lassen.
In jedem Fall geht es um eine Verpackung, die hinschauen lässt, und das Auspacken zum Erlebnis macht. Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf hochwertige Geschenkverpackungen, in denen der Konsument die Ware im Regal bereits als Präsent verpackt vorfindet.
Auch Schmuck – im Speziellen hochwertige Uhren, wie das von René Antonoff geführte Interview zeigt – setzt auf Packungskonzepte, die Käufer und/oder Beschenkten Freude machen – je teurer, desto aufwendiger darf es sein, auch wenn die Verpackung manchmal eher schlicht daherkommt.
Dass in Sachen Veredelung und Materialien für Luxusverpackungen so gut wie alles möglich ist, davon überzeugte der Faltschachtelhersteller Edelmann anlässlich der Luxe Pack 2009: Kunden und Interessierten führte das Unternehmen ein Veredelungskompendium vor, das höchsten Ansprüchen genügte. Zahlreiche Partner der Veredelungsindustrie, wie Hinderer + Mühlich, Hersteller von Prägewerkzeugen, trugen zum Erfolg bei.
Auch bei Luxusprodukten geht es um die Vielfalt leidenschaftlicher Packungskonzepte, denn wer möchte schon viel Geld für ein schlichtes Déjà-vue ausgeben?

UvB

 

Editorial

Sage mir, wie Marketing geht

 

Design


Designerumfrage

Was hat sich in den letzten 13 Jahren im Packungsdesign verändert?


Portrait

Profil Design, Basel/Schweiz

 

Markenführung

Mit dem Pfarrer über Markenwerte diskutieren …

Regelmäßige Kolumnen, unter anderem

  • vom Institut für Markentechnik
  • aus der Marktforschung
  • über Konsumentenpsychologie
  • vom EHI Retail Institute über neue Entwicklungen im Handel

Ausserdem
  • Lesen und Nachschlagen
  • Neu in Papier und Karton
  • Entdeckt: Meldungen, Agentur-Ticker, Auszeichnungen, Veranstaltungen

 

Aus dem Jubiläumssonderteil


Interview

Verpackung als Aushängeschild: Verpackungs- und Materialhersteller bekennen Farbe

 

 

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 Andreas Homola
Marketing- und Vertriebsleiter Produktdekoration International
Pago Etikettiersysteme GmbH, Aichtal

 

1. Wo steht aus Ihrer Sicht die Verpackung im sogenannten Marketing-Mix?
Im Verkaufsregal wird sofort deutlich, wie positiv sich eine gelungene Verpackung auf den Erfolg eines Produkts auswirken kann. Die Verpackung transportiert die inneren Werte des Produkts sichtbar für die Konsumenten nach außen. Allerdings müssen Konzept und Wertigkeit der Verpackung stimmig zum Inhalt sein.

 

2. Was war die interessanteste Neuentwicklung Ihres Unternehmens im Verpackungsbereich seit Oktober 1996?
In diesem Zeitraum haben sich aus unserer Sicht zwei wesentliche Entwicklungen herausgebildet: Der Einsatz von hochpigmentierten Metallex-Druckfarben hat im Etikettendruck deutlich zugenommen. Aufgrund der besonderen Oberflächengüte der Metallex-Druckfarben stellen diese eine wirtschaftliche Alternative zur vergleichsweise aufwendigen Folienprägung dar. Heute setzt Pago bei vielen Projekten Metallex-Druckfarben für hochwertige Druckbilder ein.
Desweiteren kombiniert Pago diese Technik mit der Konterbedruckung von Folien und der anschließenden Inline-Beschichtung mit Haftklebstoffen. So können wir verschiedene Arten von Monofolien verwenden, die sonst nicht für Haftverbunde eingesetzt werden. Wir sind dadurch in der Lage, Selbstklebeetiketten beidseitig mit allen Druckverfahren zu bedrucken. Somit entstehen völlig neue Anwendungsmöglichkeiten, die von den Kreativabteilungen unserer Kunden vielfältig genutzt werden können.

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Der Einsatz von hochpigmentierten Metallex-Druckfarben hat im Etikettendruck
deutlich zugenommen. (Foto: Pago)

 

3. Wie könnte die Verpackung das Produktmarketing in Zukunft noch deutlicher unterstützen?
Speziell die vielfältigen Möglichkeiten bei Haftetiketten bringen zunehmend mehr Emotionen ins Verkaufsregal. Neben den rein visuellen werden verstärkt auch haptische Effekte auf Verpackungen umgesetzt, beispielsweise Relief- und Strukturlacke sowie Spezialfolien.

 

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Dr. Alfred Zopf
Geschäftsführer
Tetra Pak GmbH & Co KG, Hochheim

 

1. Wo steht aus Ihrer Sicht die Verpackung im sogenannten Marketing-Mix?
Ganz weit oben! Allein aufgrund ihrer Schutzfunktion ist sie ein unverzichtbarer Teil eines jeden Produkts. Gleichzeitig dient sie aber auch als „Aushängeschild“ – das heißt, die Verpackung lenkt den Blick des Kunden auf das Produkt. Eine Kaufentscheidung wird ja durch visuellen Kontakt entscheidend beeinflusst.

 

2. Was war die interessanteste Neuentwicklung Ihres Unternehmens im Verpackungsbereich seit Oktober 1996?
Da wir Innovation als Kernaufgabe verstehen, haben wir natürlich auch in den letzten Jahren eine Vielzahl interessanter Neuentwicklungen hervorgebracht. Ich möchte mich hier auf zwei beschränken. Erstens die DIMC-Technologie: Wir haben es geschafft, Verschlüsse aus Kunststoffgranulat direkt in der Abfüllmaschine auf das Verpackungsmaterial zu spritzen. Damit ist der Spagat gelungen, den Abfüllern niedrigste Kosten und den Konsumenten höchste Convenience zu bieten. Und zweitens unsere einzigartige Tetra Top: sie verbindet einen Kartonmantel mit einem Kunststoffoberteil und vereint die Anmutung einer Flasche mit den Vorteilen von Kartonverpackungen.

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Tetra Top verbindet einen Kartonmantel mit einem Kunststoffoberteil und vereint die Anmutung einer Flasche mit den Vorteilen von Kartonverpackungen. (Foto: Tetra Pak)

 

 

3. Wie könnte die Verpackung das Produktmarketing in Zukunft noch deutlicher unterstützen?
Ganz wichtig wird das Thema Nachhaltigkeit sein: Verbraucher werden verstärkt ökologisch sinnvolle Produkte fordern. Der Karton, der ja zum größten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, kann daher die Reputation eines Produkts in hohem Maße stärken.

 

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Öystein Aksnes
Vizepräsident Marketing und Verkauf
Stora Enso

 

1. Wo steht aus Ihrer Sicht die Verpackung im sogenannten Marketing-Mix?
Verpackung ist weit mehr als nur die funktionale Schutzhülle für Produkte. Vielmehr ist die Verpackung der Botschafter der Marke am Point of Sale, der Ort, an dem die Mehrzahl der Konsumenten Ihre Kaufentscheidung treffen. Qualitativ hochwertige Kartonverpackungen bieten die beste Grundlage für aufmerksamkeitsstarke Abbildungen und werden intuitiv bevorzugt, weil sie als sympathisch und nachhaltig wahrgenommen werden.

 

2. Was war die interessanteste Neuentwicklung Ihres Unternehmens im Verpackungsbereich seit Oktober 1996?
Der kontinuierliche Prozess bei Stora Enso lautet „thinking outside the box“, das über den Tellerrand hinaussehen, um für unsere Kunden den bestmöglichen Erfolg zu erzielen. Stora Enso ist der Marktführer bei leichteren Kartongrammaturen ebenso bei der Entwicklung leichterer Karton-Flächengewichte . Dies bedeutet permanente Weiterentwicklung bei Steifigkeit sowie Gewichtsreduktion und Einsparungen bei Rohmaterial und Kosten.
Als Höhepunkte sollen hier Tambrite mit reduziertem Gewicht bei gleichbleibender Steifigkeit, der neue Performa Bright oder der noch weiter verbesserte Ensocoat in der Luxusklasse genannt werden. Unser biopolymer-beschichtete Karton findet  für Becher und Tiefkühlkost Verwendung.

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Muster der Neuen Ensocoat-Qualität, die im Januar 2010 dem Markt vorgestellt wurde. (Foto: Stora Enso)

 

3. Wie könnte die Verpackung das Produktmarketing in Zukunft noch deutlicher unterstützen?
Wir sehen ein starkes Interesse an recyclefähigen und nachwachsenden Produktlösungen. Unserer Produkte bieten klimafreundliche Alternativen. Wir sehen, dass es immer zahlreiche ungenutzte Potentiale gibt und wir wertschätzen das Vertrauen, das viele Kunden in uns setzen. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass es sich für alle Beteiligten auszahlt, wenn wir trilateral in das Gespräch zwischen Faltschachtelhersteller und Markenartikler eingebunden werden.

 

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Dr. Corinna Ludwig
Head of Global Marketing Pigments Printing & Plastics
Merck KGaA, Darmstadt

 

1. Wo steht aus Ihrer Sicht die Verpackung im sogenannten Marketing-Mix?
Im Zeitalter des Social Networking scheint es, dass das Thema Verpackung im Marketing-Mix in den Hintergrund rückt. Nach meiner Ansicht ist das aber nur sehr eingeschränkt richtig, ein Konsument strebt heute mehr denn je, nach einem Erlebnis am Point of Sale, um Einkaufsmoment und Produkterlebnis als einen Zeitpunkt nur für sich zu erleben. Das Streben nach Individualität des Einzelnen einerseits und die Sehnsucht nach Gemeinsamkeiten und sozialen Bindungen andererseits, wenn heute auch oft virtuell, stellen an die Verpackung im Marketing-Mix neue Anforderungen. Die Verpackung ist und bleibt eine der wichtigsten Marketing-Werkzeuge ‚Äì wenn auch deren Ausrichtung im gesellschaftlichen Umfeld grundlegend überdacht werden muss.

 

2. Was war die interessanteste Neuentwicklung Ihres Unternehmens im Verpackungsbereich seit Oktober 1996?
Neben der Weiterentwicklung unserer Iriodin®-Serie haben wir in den letzten Jahren verstärkt innovative dekorative Effektpigmente auf dem Markt eingeführt. Hier zu nennen sind unsere Colorstream®- und Miraval®-Serien, die changierende Farbwechsel beziehungsweise transparentes Glitzern zeigen. Darüber hinaus setzen wir im Rahmen von strategischen Partnerschaften sowohl für Druck- und Kunststoff, als auch für den Marken- und Produktschutz, darauf, an technologischen Entwicklungen für die Verpackungsindustrie beteiligt zu sein. Das sind „Neuentwicklungen“ aus einer anderen Perspektive, die aber wichtige Impulse in die Verpackungsindustrie gegeben haben.

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Dekorative Effektpigmente verleihen Produkten und Verpackungen neuen Glanz: Stylings in Form der Kunststoff-Waves inklusive Colorstream Royal Damask und Pacific Lagoon. (Foto: Merck)

 

3. Wie könnte die Verpackung das Produktmarketing in Zukunft noch deutlicher unterstützen?
Ein multisensorisches Erlebnis beim Konsumenten zu erreichen, das muss das Ziel sein. Die Gestaltung eines Verpackungskonzepts sollte stets nach dem Motto „Match the inside with the outside“ erfolgen. Das garantiert Erfolg, denn es transportiert die Botschaft des Objekts in das Auge des Betrachters. Aussichtsreich sind weiterhin Verpackungskonzepte, die eine Kombination aus unerwarteten und bekannten Elementen darstellen. Dieses Verfahren muss stärker ausgebaut werden und zu einem Umdenken im kreativen wie auch im produktionstechnischen Bereich führen.

 

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Friedrich Tschoggl
Marketingleiter
Brigl & Bergmeister, Niklasdorf/Österreich

 

1. Wo steht aus Ihrer Sicht die Verpackung im sogenannten Marketing-Mix?
Mehr als je zuvor steigt die Bedeutung der Verpackung in der Kommunikationspolitik bei den FMCG (fast moving consumer good) an. In unserer Informations-überladenen Gesellschaft wird es immer schwieriger vom Konsumenten wahrgenommen zu werden. Die Verpackung, besonders das Etikett hat nachweislich den größten emotionalen Einfluss auf die Kaufentscheidung der Konsumenten. Aus Sicht von Brigl & Bergmeister wird die Bedeutung von den Markenartikelherstellern immer noch unterschätzt. Das sieht man ganz deutlich, wenn man den Anteil, den die Markenartikelhersteller für Packungsdesign und Materialauswahl im Verhältnis zu klassischer Anzeigenwerbung setzt.

 

2. Was war die interessanteste Neuentwicklung Ihres Unternehmens im Verpackungsbereich seit Oktober 1996?
B&B hat in verschiedenen Bereichen der Getränke- und Nahrungsmittelverpackung neue Produkte am Markt platziert. Natürlich sind die letzten Babys jene, die einem besonders am Herzen liegen. So haben wir im vergangenen Jahr mit unserem Nikla Pet Sortiment, Etikettenpapiere die für die Rundumetikettierung von PET-Flaschen eingesetzt werden, ganz besondere Akzente bei der Nachhaltigkeit setzen können. Das mit Nikla Pet Web mögliche Einsparungspotential bei den CO2-Emissionen ist gewaltig. Dazu ist dieses Etikettenpapier biologisch abbaubar. Das sind nur einige Fakten für die Konsumenten heute sensibel sind und dem Markenartikelanbieter eine Chance geben, sich positiv zu differenzieren.

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Mit Etikettenpapieren für die Rundumetikettierung von PET-Flaschen
sollen besondere Akzente bei der Nachhaltigkeit gesetzt werden.
(Foto: Brigl & Bergmeister)

 

3. Wie könnte die Verpackung das Produktmarketing in Zukunft noch deutlicher unterstützen?
Aus unserer Sicht werden ganz besonders zwei Faktoren die Verpackung entscheidend beeinflussen:
a) Nachhaltigkeit besonders in Bezug auf Ökologie. Immer mehr Menschen sind umweltbewusst und entscheiden entsprechend. „Global warming“ wird uns regelmäßig in Form von schrecklichen Katastrophen, die weltweit berichtet werden, bewusst. Auf der anderen Seite möchte die überwiegende Anzahl von Konsumenten auch nicht verzichten. In diesem Spannungsfeld wird es darauf ankommen, intelligente umweltschonende Herstellprozesse einzusetzen, schonend mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen und Verpackungen einzusetzen, die vernünftig wiederverwendet werden können.
b) Verpackungen, die einer älter werdenden Gesellschaft gerecht werden. Das stellt Herausforderungen an die Konvenienz, also praktischere Handhabung. Das bedeutet einfaches Öffnen und Wiederverschliessen, Single Service zur Vermeidung von Abfall etc., sowie die bessere Lesbarkeit der Informationen.

 

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